On Tour @ #headinthecloud – Die Website der Zukunft mit André Richter
Wir waren dieses Jahr erneut auf der Head in the Cloud von mittwald in Espelkamp unterwegs und haben die Gelegenheit genutzt, mit André Richter über die Zukunft der Website zu sprechen. André ist seit den frühen Tagen des Webs im Agenturumfeld unterwegs und beschäftigt sich heute als Director Digital Experience mit der Frage, wie Unternehmen auch in einer von KI geprägten Welt digital relevant bleiben können.
Shownotes
- [00:00:26] Die Website der Zukunft
Sterben Websites aus? Für André Richter lautet die Antwort: nein, aber sie verändern sich grundlegend. Die klassische Vorstellung einer Website als Sammlung von Seiten, die Menschen direkt im Browser aufrufen, verliert an Bedeutung. Stattdessen werden Inhalte und Funktionen zunehmend über Chatbots, Large Language Models und andere Interfaces vermittelt. Die Website bleibt dabei die digitale Repräsentanz eines Unternehmens, muss ihre Rolle aber neu definieren.
Im Mittelpunkt steht für André die Idee, dass eine Website immer ein Versprechen ist: Sie soll Menschen bei einem konkreten Problem helfen. Diese Funktion bleibt bestehen, auch wenn die Kommunikation künftig häufiger über Maschinen stattfindet. Webseiten werden daher nicht nur für menschliche Besucher, sondern zunehmend auch für KI-Systeme gestaltet werden müssen.
Als Denkmodell führt André seine „fünf I“ ein: Interaktion, Individualisierung, Interfaces, Inhalte und Infrastruktur. Nutzer interagieren anders mit Webseiten als noch vor wenigen Jahren und erwarten Antworten statt Linklisten. Gleichzeitig ermöglicht KI eine bislang ungeahnte Personalisierung, bei der Inhalte situativ und individuell zusammengestellt werden können. Hinzu kommen neue Interfaces jenseits des klassischen Bildschirms sowie die Frage, wie Inhalte strukturiert und technische Infrastruktur möglichst souverän und unabhängig betrieben werden können.
Besonders ausführlich sprechen wir über Inhalte. Unternehmen müssten sich viel stärker damit auseinandersetzen, was sie tatsächlich einzigartig macht. Generische Ratgebertexte und austauschbare Marketingfloskeln verlieren an Wert. Stattdessen sollten Webseiten konkrete Fragen beantworten, Probleme lösen und den eigenen Mehrwert klar herausstellen.
Technisch sieht André viele Parallelen zu den bekannten Disziplinen aus SEO und Barrierefreiheit. Semantische Strukturierung, sauber aufbereitete Inhalte und maschinenlesbare Informationen bleiben entscheidend. Wer bereits gelernt hat, Inhalte so aufzubereiten, dass Suchmaschinen und assistive Technologien sie verstehen können, bringt gute Voraussetzungen für die Welt der KI-getriebenen Suche mit.
Schließlich diskutieren wir die Frage, wie Erfolg künftig gemessen werden kann. Wenn immer weniger Nutzer direkt auf Webseiten landen, verlieren klassische Metriken wie Besucherzahlen oder Rankings an Aussagekraft. Stattdessen werden qualitative Faktoren wichtiger: Werden Nutzerbedürfnisse erfüllt? Entsteht Vertrauen? Werden die richtigen Inhalte von KI-Systemen aufgegriffen? Und wie gut gelingt es Unternehmen, bestehende Kundenbeziehungen zu pflegen und auszubauen?
Das Video zum Talk wird zeitnah auf dem YouTube Kanal von Mittwald verfügbar sein.
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