Working Draft

Wöchentlicher Podcast für Frontend Devs, Design Engineers und Web-Entwickler:innen

Revision 731: Comics, Vektordatenbanken und Offline First. Mit Robert Weber.

Wir sprechen mit Robert Weber über ComicBox, sein privates Comic-Sammlungsprojekt, das aus einem sehr konkreten Problem entstanden ist: Auf Comicmessen wollte er nicht länger versehentlich Hefte kaufen, die bereits im Regal stehen. Aus einer Katalog-App ist über mehrere Jahre ein technisch ziemlich umfangreiches Webprojekt geworden.

Dabei geht es vor allem um visuelle Suche, Embeddings und Vektordatenbanken, aber auch um PWAs, Offline-First, lokale Datenhaltung und Synchronisation. Robert erzählt, welche Technologien er ausprobiert und wieder verworfen hat und wie ComicBox schließlich bei seinem heutigen Stack gelandet ist.

Shownotes

[00:00:00] ComicBox: Comics erkennen und verwalten

Robert sammelt seit vielen Jahren Comics und nutzte früher unter anderem ComicKeeper. Der Impuls für eine eigene App kam bei Besuchen der Comicmesse Berlin, wo bei einer größeren Sammlung schnell versehentlich ein bereits vorhandenes Heft im Einkaufsbeutel landet. Als Datengrundlage verwendet ComicBox die Grand Comics Database. Neben klassischer Text- und Barcode-Suche mit QuaggaJS sollte vor allem ein Foto des Covers genügen, um ein Comic zu identifizieren. Dafür werden die Cover mit einem Bildencoder in Embeddings umgewandelt und per Vektorsuche miteinander verglichen. Nach ersten Experimenten mit pgvector verwendet Robert inzwischen Typesense. Auch das Embedding-Modell wechselte mehrfach, bis er bei DINOv3 landete, das selbst ähnliche Cover erstaunlich zuverlässig auseinanderhalten kann. Frühere Versuche, Fotos mit jscanify und OpenCV zuzuschneiden und zu begradigen, wurden dadurch weitgehend überflüssig.

Mit Transformers.js erzeugt ComicBox die Embeddings möglichst direkt auf dem Gerät, auf geeigneter Hardware beschleunigt durch WebGPU. Weil schwächere Geräte dafür deutlich länger brauchen können, entscheidet ein Benchmark, ob die Berechnung lokal oder auf dem Server erfolgt. Die App ist als PWA konzipiert und soll möglichst viel lokal vorhalten. Für die geräteübergreifende Synchronisation experimentierte Robert zunächst mit PouchDB und CouchDB, später mit RxDB und schließlich mit PowerSync. Über Capacitor soll dieselbe Anwendung auch als native iOS- und Android-App funktionieren. Der aktuelle Stack besteht im Wesentlichen aus SvelteKit, Typesense, PostgreSQL, PowerSync und Capacitor. Zum Schluss sprechen wir über Alternativen wie TinEye und CLZ Comics, über das schwierige Einsammeln von Nutzerfeedback und darüber, dass Robert und ComicBox demnächst auch in Die Sprechblase vorgestellt werden.

Links

InstantSearch

Frontend-Bibliotheken für Suchoberflächen, die sich auch mit Typesense verwenden lassen.

Better Auth

Authentifizierungslösung, die Robert für die Benutzerkonten von ComicBox einsetzt.

IndexedDB

Browser-Datenbank für die lokale Speicherung der Comic-Sammlung.

SharedWorker

Web-API, die im Zusammenhang mit der tabübergreifenden Synchronisation durch PowerSync zur Sprache kommt.

Algolia

Gehostete Suchplattform, die im Gespräch mehrfach als Vergleich zu Typesense dient.

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