Revision 704: Der Tech-Stack des NABU, mit Eleonora Heiden und Christoph Wolff
Wir sprechen in dieser Folge mit Eleonora und Christoph (Mastodon) vom NABU darüber, wie digitale Infrastruktur in einer großen, föderal organisierten NGO funktioniert. Ausgangspunkt ist das NABU-Netz: ein Intranet mit zentralem Login, das Mitglieder und vor allem Ehrenamtliche mit Werkzeugen für Kommunikation, Weiterbildung, Zusammenarbeit und Webarbeit versorgt.
Im Mittelpunkt steht dabei der Webbaukasten für die vielen lokalen NABU-Gruppen. Wir schauen uns an, warum die bisherige Lösung auf Jimdo zwar lange gut funktioniert hat, inzwischen aber an Grenzen stößt, und wie der NABU den Auswahlprozess für ein neues CMS angeht: mit Anforderungsmatrix, Rückkopplung aus dem Support, Einbindung von Ehrenamtlichen und einer Menge Fragen rund um Authentifizierung, Corporate Design, Migration und langfristige Wartbarkeit.
Schaunotizen
- Der Tech-Stack des NABU
Das NABU-Netz ist das zentrale Intranet des Verbands. Mitglieder können sich über einen gemeinsamen Login authentifizieren und erhalten darüber Zugriff auf verschiedene Werkzeuge, die die Verbandsarbeit unterstützen. Dazu gehören unter anderem ein Wiki auf Basis von BookStack, ein Chat mit Matrix und Element, eine E-Learning-Plattform sowie eine Cloud auf Basis von OpenCloud. Für die zentrale Authentifizierung und Rechtevergabe nutzt der NABU Keycloak, damit die verschiedenen Systeme trotz unterschiedlicher technischer Grundlagen mit einem einheitlichen Login zusammenarbeiten.
Die lokalen Gruppen des NABU arbeiten sehr eigenständig, brauchen aber trotzdem Werkzeuge, mit denen sich Websites und Druckprodukte in einem gemeinsamen Erscheinungsbild erstellen lassen. Der bestehende Webbaukasten auf Basis von Jimdo wurde ursprünglich gewählt, weil er mit seinem What-you-see-is-what-you-get-Ansatz für technische Laien gut nutzbar war. Über die Jahre sind jedoch immer mehr Sonderfälle, Designanpassungen und technische Nachrüstungen dazugekommen: JavaScript-Anpassungen für das Erscheinungsbild, manuelle HTML-Einbindungen, Cookie-Themen, fehlende Suchfunktion, problematische Statistiklösung und zusätzliche Kosten für Domains und E-Mail-Adressen. Dadurch ist aus einer einfachen Lösung ein System geworden, das für die gewachsene Komplexität des Verbands nur noch bedingt geeignet ist.
Für den Nachfolger des bisherigen Baukastens haben Eleonora und Christoph eine Anforderungsmatrix erstellt und verschiedene Systeme untersucht. In Betrachtung gezogen werden dabei unter anderem Drupal, Directus, Kirby, Wagtail und WordPress. Wichtig ist ihnen, dass das neue System sowohl für wenig technikaffine Ehrenamtliche zugänglich bleibt als auch fortgeschrittenen Nutzerinnen und Nutzern genug Möglichkeiten bietet. Gleichzeitig soll es sich an den NABU-Login anbinden lassen, über viele Jahre tragfähig sein und sich für hunderte Websites betreiben lassen. Besonders ausführlich sprechen wir über WordPress mit dem Gutenberg-Editor, über Beispiele wie den Wechsel beim CERN und über die Frage, wie sich ein langlebiges System bauen lässt, ohne sich von Plugins und Update-Zyklen abhängig zu machen.
Neben der CMS-Auswahl ist die Migration bestehender Inhalte ein zentrales Thema. Beim NABU liegen derzeit mehrere hundert Websites im bisherigen System, auf denen teils wichtige Informationen zu Projekten, Gruppen und Aktionen veröffentlicht sind. Genau hier zeigt sich ein weiterer Nachteil von Jimdo: Inhalte lassen sich nicht einfach per API exportieren, sondern müssten eher aufwendig herausgelöst oder gescrapet werden. Für den NABU ist deshalb entscheidend, dass ein neues System nicht nur bessere Redaktionsmöglichkeiten bietet, sondern auch den Umzug von Inhalten, Strukturen und idealerweise URLs so unterstützt, dass Gruppen nicht alles manuell neu aufbauen müssen.
Links
- Greenpeace
Die Organisation dient als weiteres Beispiel für einen Website-Builder auf WordPress-Basis.
- Planet4
Der von Greenpeace genutzte Website-Builder, auf den Christoph im Zusammenhang mit WordPress verweist.
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